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Hicheme le Hic

Hicheme le Hic, algerischer Journalist und Karikaturist
Die Titel (Wortspiele auf Französisch) und Bilder dieser Cover sind Romanen bekannter Schriftstellerinnen und Schriftsteller nachempfunden
Er hat mir erlaubt, seine literarischen Karikaturen zu veröffentlichen.
Vielen herzlichen Dank


Hicheme le Hic
 

Prends soin de toi - Pass auf dich auf

Taous Aït Mezghat


Pass auf dich auf - Bleib gesund

Ein kleiner Satz, mit einer roßen Botschaft in dieser Pest-Zeit mit neuem Namen
Das bedeutet, dass ich mich gezwungenermaßen von dir entferne, dass die Sicherheitsenfernung eine Vorsichtsmaßnahme ist, und ich verlasse mich darauf, dass du in deiner Quarantäne auf dich aufpasst.
Das bedeutet, dass ich Angst habe, auch wenn ich es nicht deutlich sage, dass ich dich umarmen möchte, aber ich darf das nicht; dass die körperliche Abwesenheit die schönen Gefühle nicht hindert.
Das bedeutet, dass die Angst, dass wir uns nicht mehr wiedersehen, nicht mehr anfassen, nicht mehr küssen, nicht mehr umarmen, nicht zu wissen, wie morgen sein wird, real und allgegenwärtig ist, aber die Hoffnung ist stärker als die Niedereschlagenheit.

Pass auf dich auf... das bedeutet ganz einfch, ich hab dich lieb.

Das bedeutet auch, dass dieser unsichtbare gemeinsame Feind mir neue Entscheidungsfreiheiten gegeben hat, dass er ein bisschen Ordnung in meine gefühle gebracht hat und unsere Verschiedenheiten nun unwichtig geworden sind.

Das bedeutet, dass all dies doch nicht so wichtig ist: Streitigkeiten, Missverständnisse, Gegenpositionen, leidenschaftliche Debatten; Gott! Wie belanglos, das alles ist, wenn das Leben in der Schwebe ist.

Das bedeutet, ich wünsche dir kein Leid, dass der Groll nun Vergangenheit ist; und so wie die Zukunft unsicher geworden ist, bleibt nur diese unsichere Gegenwart. Was für mich heute amwichtigsten ist, dass du vorsichtig bist und am Leben bleibst.

Das bedeutet, cih habe auch fehler gemacht; ich hätte gerne dazugestanden, mich dafür entschuldigt, aber ich habe es nicht getan. Ein bisschen aus Stolz, vielleicht aus Feigheit, weil ich sicherlich stur bin.

Pass auf dich auf... das bedeutet ganz einfach verzeihung.

Geben wir es zu, wir haben weder gelernt zu sagen „ich habe dich lieb“, noch unsere Fehler zuzugeben oder zu verzeihen; also, wenn du dies liest, egal wo du bist, dein Leben ist wertvoll für mich... Ich habe nur diesen kleinen Satz, der in diesen Pest-Zeiten mit neuem Namen viel bedeutet, und ich weiß, du wirst verstehen: „Pass auf dich auf, ganz einfach“.

Guten Abend, Welt, guten Abend Menschheit

                  Frühling 2020

Ein Prosa-Gedicht
Er hat es auf Französisch geschrieben, aber es hat mir so gut gefallen und mich richtig gerührt, so habe ich es für euch, meine Freundinnen und Freunde, übersetzt.
Der Frühling
Es war im März 2020...
Die Straßen waren leer, die Geschäfte geschlossen, die Leute durften nicht mehr rausgehen.
Aber der Frühling wusste es nicht, die Blumen begannen zu blühen, die Sonne schien, die Vögel sangen, bald würden die Schwalben ankommen, der Himmel war blau, und der Morgen war früher da.
Es war im März 2020...
Die Kinder mussten die Schule online besuchen und neue Beschäftigungen zu Hause finden, die Menschen konnten nicht mehr shoppen, auch nicht zum Friseur gehen. Bald gäbe es keine Plätze mehr in den Krankenhäusern, und immer mehr Menschen wurden krank.
Aber der Frühling wussten es nicht, die Gartenzeit kam, das Gras grünte.
Es war im März 2020...
Die Menschen waren in Quarantäne, um Großeltern, Familien und Kinder zu schützen. Keine Versammlungen, keine gemeinsamen Essen, keine Familienfeiern. Die Angst war reel geworden, und jeder Tag war wie der andere.
Aber der Frühling wusste es nicht, die Apfelbäume, die Kirschbäume und andere Bäume blühten, die Blätter wuchsen auf den Bäumen.
Die Leute haben angefengen zu lesen, Falienspiele zu spieln, eine neue Sprache zu lernen, auf den Balkons zu singen und Nachbarn zu bitten, es ihnen gleichzutun, sie haben eine neue Sprache gelernt, solidarisch zu sein und haben sich auf neue Werte konzentriert.
Die Menschen haben den Wert der Gesundheit begriffen, haben begriffen, wie schlimm das Leid dieser stehengebliebenen Welt ist, und die Wichtigkeit der abesackten Wirtschaft.
Aber der Frühling wusste es nicht. Die Blüten überließen ihren Platz den Früchten, die Vögel bauten ihre Nester, die Schwalben kamen.
Und endlich kam der Tag der Befreiung, die Menschen erfuhren es über das Fernsehen, das Virus hatte den Kampf verloren, sie gingen auf die Straßen, sangen, weinten, umarmten ihre Nachbarn, ohne Masken und Handschuhe.
Und da kam der Sommer, weil der Frühling das nicht wusste. Er blieb trotzdem, trotz Virus, Angst und Todes. Weil der Frühling nicht wusste, hat er den Menschen die Macht des Lebens gelehrt.
Es wird alles gut, bleibt daheim, schützt euch, und ihr werdet das leben voll genießen.
Lest diesen Text und teilt ihn, aber vor allem, bleibt gesund und zuversichtlich, und lächelt!

Szene aus dem Buchhändlerleben      Geschichte aus dem Morgen-Land     

Der Wecker klingelt. Völlig im Traum befangen erwische ich ihn mich rum, erhasche noch ein Endchen der Nachtgedanken und bin wieder weg.

 

Ausgeträumt. Ich schrecke aus dem Schlaf, grabsche nach dem Wecker und blinzle auf die Uhrzeit: 8.17 Uhr. Verd....! Mein Blutdruck schießt noch schneller hoch als ich. Um 9 soll ich im Laden stehen!

In einer Viertelstunde muss ich aus dem Haus. Den gemütlichen Tee ersetzt ein Schluck aus derbeim zweiten Fiepen, drehe  Wasserflasche, die Zeitung streife ich mit einem bedauernden Blick. Frühstück? Kann ich knicken! Katzenwäsche, drei Bürstenstriche durch die Haare. Kommt eh gleich der Helm drauf, was soll's? Ich hechte in die Klamotten, schnapp noch schnell die Armbanduhr vom Sofa, krieg natürlich die Schnalle nicht gleich zu, die Schuhe sperren sich. Weste überwerfen. Kurzer Check der Taschen. Schlüssel? Schlüssel! Wieso geht das verflixte Garagentor... ah, jetzt!
Helm auf und nix wie raus. Fummle am Knopf für das Hoftor, endlich geht es zu! Warum kommt grade jetzt ein Auto? Auch schon egal. Ich stemme mich in die Pedale, fasse Tritt. Reicht es noch? Die Uhr hängt total verdreht am Handgelenk. Endlich!
Es ist 12 Minuten vor....
8 Uhr! Steht das Ding? Ich guck nochmal. 12 vor 8. Ich bremse ab, check die Uhr vom Tacho. 12 vor 8.

Ich drehe rum und gondle zurück, in den Hof, ins Haus, aus den Schuhen. Koche mir meinen Tee. Lese gemütlich die Zeitung.
Und schwöre, schwöre, schwöre mir, NIE WIEDER einen Wecker zu kaufen, bei dem Alarm und Zeitzone mit demselben Knopf bedient werden. Bedient bin ich nämlich selber schon genug!

(Heute dürfen Sie mich mal auslachen ;-) ). /mbk

 

 von Monika Kempf, Bücher Döner GmbH

Kennst du das Land, in dem die Zitronen blühen?

Eine ernszunehmende Geschiche

Frank?“, fragte Frauke. „Wo sind die Zitronen?“

Keine Ahnung!“, rief es aus dem Wohnzimmer.

Sie sagte „Wo sind die Zitronen?“, aber sie meinte: „Geh doch mal in den Gemüseladen, und kaufe zwei Zitronen!“

Er nahm seine Autozeitschrift zur Hand und fühlte sich wohl.

Sie war Dolmetscherin und übersetzte nun: „Geh doch mal in den Gemüseladen und kaufe zwei Zitronen!“

Er legte seine Autozeitschrift aus der Hand und fühlte sich nicht mehr wohl.

In zwanzig Minuten brauche ich sie. Dringend!“

 

Sagen Sie, wo sind denn die Zitronen?“

Wie viele hätten Sie denn gerne?“, fragte die Gemüsefrau.

Zwei, bitte.“

Tut mir leid“, kam es wie aus der Pistole geschossen. „Die Zitronen sind ausgegangen. In zwei Stunden kriegen wir neue.“

Eine alte Kundin, die sowohl alt als auch alte Kundin war, betrat das Geschäft.

Stellen Sie sich vor“, begann sie strahlend, „ich fahre nach Italien! Gleich jetzt“, vertraute sie der Gemüsefrau an und jedem, der es hören und nicht hören wollte.

Italien?“, mischte Frank sich ein. „Ist das nicht da, wo die Zitronen blühen?“

Ja, junger Mann“, strahlte sie ihn an, „Sie kennen sich aus. Es ist schön, gebildete Menschen zu treffen.“

Sagen Sie“, begann Frank, „könnten Sie mir vielleicht zwei mitbringen? Ich meine, zwei Zitronen.“

Aber gerne!“, antwortete die Frau.

Prima!“, rief Frank. „In zwanzig Minuten, bitte!“

Lieber Mann“, entgegnete die Frau resolut, „ich bin zwar keine sehr alte Frau, aber auch kein D-Zug. Wenn Sie Zitronen haben wollen, bitte schön, aber dann in zwei Wochen. Dann komme ich wieder zurück.“

Geht es nicht etwas früher? Wissen Sie, Italien kann ganz schön heiß werden um diese Zeit! Ob das in Ihrem Alter das Richtige ist?“

Sie zog Ihre Handtasche angriffslustig 10 cm hoch. „Sagen Sie, junger Mann, sind Sie eigentlich schon alt genug, um alleine einkaufen zu gehen?“

Er dachte nach. Ein neuer Aspekt, die Überschrift einer Titelseite: Sollen Männer unter 40 einkaufen gehen dürfen?

Er war 41. Er strich den Titel und schrieb darüber: Freiheit für Männer – ab 40 nicht mehr einkaufen müssen!

Er sah die Frau zufrieden an. Er setzte an, etwas zu sagen, als ein Kind den Laden betrat und laut rief: „Ein Zitroneneis, bitte!“

Frank und die Handelsvertreterin, die in Sachen Zitronengeschäft nach Italien reisen sollte, wandten ihre Köpfe dem Kind zu.

Die Gemüsefrau drehte sich zu einem Gefrierschrank hinter sich und holte ein Eis heraus.

Bitte, ein Zitroneneis, selbst gemacht, mit den letzten 2 Zitronen, die ich gestern noch hatte!“

Frank schluckte.

Ist Ihnen nicht wohl?“, fragte die alte Kundin besorgt. „Wollen Sie ein Zitronenbonbon?“

Nein, danke!“, rief er und stürzte aus dem Laden.

 

Er setzte sich auf eine Bank im Park neben dem Laden.

Zwei Teenager lagen auf der Wiese. Das Mädchen forderte einen Jungen auf: „Na, weißt du jetzt endlich, nach was mein Parfum riecht?“

Nach Erdbeere?“

Sie lachte.

Nach Pfirsich?“

Sie kicherte.

Frank stand auf. „Ich wette, es ist Zitrone“, sagte er.

Das Mädchen sah ihn säuerlich-überrascht an. „Woher weiß der das? Wieso kann der bis dorthin mein Parfum riechen?“

Frank sah auf seine Uhr. Die Zitronen sollten in fünf Minuten im Salat landen.

Sagt mal“, sagte er zu den Teenagern, „ihr habt nicht zufällig zwei Zitronen dabei?“

Das Mädchen prustete los, und der Junge antwortete: „Nee, Alter, aber ich glaub, du brauchst auch eher ’nen Urlaub als ein paar Zitronen. Oder weißte was: Fahr doch am besten da hin, wo die Zitronen blüh’n, dann haste beides: Urlaub und Zitronen!“

Frank machte auf dem Absatz kehrt. Das war’s!

Er lief nach Hause, und eine Minute, bevor seine Zeit abgelaufen war, rief er: „Frauke, pack die Badehose ein, nimm deine Zahnbürste und deinen Salat mit! Wir fahren da hin, wo die Zitronen blühen!“

Sie hatte immer Germanistikdozentin werden wollen. „Mein Lieber, Frauen haben keine Badehose, sondern einen Bikini; außerdem ist Mama gerade gekommen, und wenn du endlich die Zitronen rausrückst, die zu kaufen ich dich gebeten habe, dann können wir jetzt essen.“

Er setzte sich an den Tisch. Frauke verschwand in der Küche. „Hallo Gregor!“, flötete Fraukes Mutter.

Frank. Ich heiße Frank, Mathilde.“

Ach ja, richtig. Aber weißt du, ich muss immer an diesen gutaussehenden, vielversprechenden Italiener denken, der Frauke so sehr den Hof gemacht hat. Er hieß Gregor und war im Import- und Export-Geschäft.“

Zitronen?“, fragte Frank und ließ die Schultern hängen.

Nein, Bananen. Er war ganz anders als du: Nett, aufmerksam, mit Zukunft.“

Es funktioniert nicht: Er kann Bananen aus Italien exportieren, aber er kann sie nicht von uns nach Italien importieren, weil es bei uns gar keine Bananen gibt“, dachte Frank laut nach. „Also ist es höchstens ein Exportgeschäft, aber kein Importgeschäft.“

Und er war nicht rechthaberisch und kleingeistig“, erklärte Fraukes Mutter, indem sie auf ein Rätselheft vor sich sah. „Ach, übrigens, du kennst dich doch ein bisschen mit Erdkunde aus: Land, in dem die Zitronen blühen, mit 7 Buchstaben!“

Frauke kam aus der Küche und stellte eine Tasse vor ihrer Mutter ab. Sie erinnerte sich daran, dass sie früher gerne Zahnärztin geworden wäre. „Wie kannst du nur diesen furchtbaren Zitronentee trinken, Mutti, mit all dem Zucker drin?“

Frank stand auf. „Frauke, ich muss dir ein Geständnis machen: Der Gemüseladen hat keine Zitronen, die Zitronen, die die alte Kundin aus dem Urlaub mitbringt, kommen erst in zwei Wochen, das Paar im Park hat auch keine Zitronen, aber dafür hat der Junge eine gute Idee gehabt: Ich soll in das Land fahren, in dem die Zitronen blühen, und wenn du willst, mache ich ein Importgeschäft auf und importiere uns beide sofort dahin.“

Mathilde schüttelte langsam den Kopf.

Frauke lachte. „Sofort?“, fragte sie.

Sofort!“, bestätigte Frank.

Moment einmal!“, meldete sich da eine vierzehnjährige Stimme zu Wort. „Und wer bringt mich dann morgen zum Reiten, wenn ihr Zitronen pflückt?“

Probier es doch mal mit dem Bananenimporteur um die Ecke – sein Sohn hat eine Vespa und ist sehr nett und vielversprechend, wie sein Papa“, erklärte Frauke.

Sag mal, Mädchen, was hast du denn da im Haar?“, fragte Mathilde mit einem Blick auf Fraukes Tochter.

Eine Kur gegen Schuppen, Oma: 2 Eigelb und zwei Zitronen. Soll garantiert helfen.“

Es läutete an der Tür. Das Mädchen ging, um zu öffnen.

Ein hübscher 17jähriger Italiener strahlte sie an. „Hallo, mein Name ich Luigi. Ich habe eine Vespa, und wenn du willst, fahren wir damit heute schon ins Reiten.“

Das Mädchen drehte sich um. „Mama, meine Exportprobleme haben sich soeben gelöst. Du kannst fahren.“

Frauke schnappte ihren Bikini, ihren Salat und ihren Mann und fuhr los.

 

Das Mädchen, Luigi und Mathilde saßen am Tisch und sahen die beiden durch die Tür verschwinden. Als diese ins Schloss fiel, warteten sie fünf Sekunden, dann lachten sie los.

Wie weit sie wohl diesmal kommen?“, fragte Mathilde.

Keine Sorge, Oma, Luigi und ich haben alles im Griff: Wir haben sämtliche Zitronenvorräte in der Stadt aufgekauft, und ich habe in Papas Auto das Navigationssystem ein bisschen umprogrammiert: Es fährt eine Route, auf der sie garantiert auf keine Lebensmittelgeschäfte stoßen.“

Gut gemacht, Mädchen. Aber was macht ihr jetzt mit den vielen Zitronen?“

Luigi strahlte: „Wir haben an alles gedacht, Mathilda, mein Papa verkauft die Bananen, und meinen Opa haben wir aus dem Wohnzimmer geholt, und er verkauft neben meinem Papa Zitronen.“

Du hast einen Opa?“, fragte Mathilde interessiert.

Ja, er ist attraktiv und sehr vielversprechend, wie sein Enkel.“

Es läutete an der Tür. Mathilde öffnete.

Guten Tag, Signora, ich habe an dieser Tür geläutet, und ich habe gehofft, dass mir geöffnet wird, aber ich durfte nicht hoffen, dass passieren würde, was passiert ist: Eine charmante Frau steht vor mir und sieht mich an.“

Ich bin Mathilde“, erklärte Mathilde.

Mathilda!“, rief der Senior und küsste die Hand der Großmutter. „Wollen wir zusammen Zitronen verkaufen?“

In dem Land, in dem die Zitronen blühen, oder in dem Laden um die Ecke?“, fragte Mathilde.

In dem Land, in dem die Zitronen für dich blühen, Mathilda.“

Gut“, sagte Mathilde und rief Luigis vielversprechenden Papa an, damit der noch den Verkauf der Zitronen in seinem Laden übernahm.

 

Von Olympia Weber

 

 

 

Interview SPD-Donnersbergkreis

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